
„Schreib mir einen SEO-Text zum Thema X.“ Wer so anfängt, bekommt einen Text, der austauschbar ist. Er liest sich glatt, das Keyword steht drin, und er sagt nichts, was nicht schon auf zehn anderen Seiten steht.
Der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen KI-Text und einem, der gefunden und gelesen wird, liegt vor allem in der Vorbereitung und in der Qualitätsprüfung durch einen Menschen.
Ich erstelle und optimiere seit über zehn Jahren Content. Seit Systeme wie ChatGPT und Claude gut genug sind, um Texte zu erstellen, habe ich meinen Prozess Stück für Stück umgebaut. Herausgekommen sind sieben Schritte, die ich hier teile.
Der Prozess, den ich beschreibe, wurde mit Claude und SE Ranking gebaut. Er funktioniert aber genauso mit ChatGPT, Gemini oder anderen Systemen und mit anderen SEO-Tools.
Künstliche Intelligenz ist stark im Strukturieren, Umformulieren und als Sparringpartner. Sie baut aus einer Gliederung in Minuten einen vollständigen Entwurf, sie schlägt Überschriften vor, sie hält eine vorgegebene Tonalität durch, und sie vergisst kein Keyword aus der Liste.
Was sie nicht kann, ist genauso klar. Sie weiß nicht, welche Frage deine Kund:innen im Erstgespräch immer stellen. Sie kann nicht einschätzen, ob eine Zahl, die sie ausgibt, tatsächlich stimmt. Und sie hat keine Meinung und keine persönlichen Erfahrungen, die sie in einen Text einfließen lassen kann.
Genau diese Aufteilung ist der Kern des Prozesses. Die KI hilft dir Texte schneller zu erstellen und kann dir Teilaufgaben abnehmen. Du lieferst Fakten und Erfahrungen und prüfst die einzelnen Zwischenschritte. Jeder Schritt weiter unten sorgt dafür, dass die KI möglichst viel von deinem Wissen bekommt, bevor sie anfängt zu schreiben.

Das erste Dokument, das ich anlege, hat mit SEO nichts zu tun. Es beschreibt, wie ein Unternehmen klingt.Oft gibt es solche Guidelines intern schon, dann muss man sie nur zusammensuchen.
Wenn nicht, lässt sich das Dokument mit KI erstellen. Sammle dafür die URLs von einigen Blogposts, Produktseiten oder Reports, die aus deiner Sicht typisch klingen. Lass sie analysieren und daraus einen Entwurf für ein CI- und Tone-of-Voice-Dokument schreiben.
Anschließend ergänzt du die Regeln, die dir wichtig sind, aber bisher noch nicht im Dokument enthalten sind. In meinem Dokument steht zum Beispiel, dass keine Gedankenstriche verwendet werden, dass Satzlängen variieren sollen und welche Wörter nicht vorkommen dürfen.
Der erste Entwurf wird nicht perfekt, und das muss er auch nicht sein. Ich ergänze das Dokument immer dann, wenn mir in einem Text etwas auffällt, das ich so nie schreiben würde.
Bevor der erste Satz entsteht, muss klar sein, worauf der Text optimiert wird. Die Keyword-Recherche gebe ich dabei nicht vollständig an die KI ab. Claude ist aber sehr nützlich, um erste Ideen zu generieren oder eine bestehende Keyword-Liste zu ergänzen.
Ich habe hierzu Claude mit meinem SEO-Tool SE Ranking verknüpft und nutze es als Sparringspartner, um mein Keyword-Set zu verfeinern und den sonst sehr manuellen Prozess zu beschleunigen.
Eine Wettbewerbsanalyse ist eine gute Grundlage für neuen und für überarbeiteten Content. Sie zeigt dir, welche Begriffe und Themen der Markt für ein Keyword als selbstverständlich voraussetzt. Früher war das Handarbeit über mehrere Stunden. Mit KI dauert es einen Bruchteil davon.
Lass dir die ersten fünf bis zehn organischen Ergebnisse für dein Haupt-Keyword vollständig auswerten. Ich lasse mir dabei immer ausgeben:
Im Briefing nutzt du die erstellten Dokumente (CI/Tone of Voice, Keyword-Set sowie Wettbewerbsanalyse). Zusätzlich gibst du hier alle Informationen an, die dein KI-System nicht liefern kann. Das können zum Beispiel Daten aus eigenen Studien sein, Erfahrungen mit einem Produkt oder Erlebnisse, die für das Thema relevant sind. Je mehr einzigartigen Content du liefern kannst, desto besser.
Erst hier beginnt das eigentliche Schreiben. Du kannst nun den ersten Textentwurf erstellen lassen, indem du Claude alle zuvor erstellten Dokumente gibst und ihn bittest, den Text zu schreiben.
Wenn du auch ein CI-Dokument für Infografiken hast, kannst du dir Vorschläge für passende Grafiken erstellen lassen.
Das ist der Schritt, den man nicht überspringen darf. Der Entwurf, den du bekommst, ist ein Entwurf und kein fertiger Text.
Diese Fragen gehe ich bei jedem Artikel durch:
Auch beim Korrekturlesen kannst du mit KI-Systemen viel Zeit sparen. Sobald du mit deinem Text zufrieden bist, kannst du ihn noch einmal auf Rechtschreibung, Grammatik und Tippfehler prüfen lassen. Meistens hat sich doch noch der eine oder andere Fehler eingeschlichen.
Wichtig hierbei ist, dass du entweder bereits einen entsprechenden Skill erstellt hast oder sehr spezifisch sagst, was genau geprüft werden soll. Ansonsten kann es sein, dass du auch alternative Formulierungsvorschläge und Ähnliches erhältst.
Wenn der Ablauf einmal funktioniert hat, lohnt es sich, ihn festzuhalten. Ich lasse mir aus den einzelnen Schritten einen Skill oder ein kleines Plugin bauen, das die Dokumente, Prompts und Prüfschritte bündelt. Du kannst Claude hierfür in deinem Chat einfach bitten, basierend auf dem Chatverlauf einen Skill zu erstellen. Diesen kannst du anschließend über /name-des-skills nutzen.
Der Effekt zeigt sich ab dem zweiten Text. Statt jedes Mal neu zu erklären, wie die Tonalität aussieht und welche Prüfschritte dazugehören, startet der Prozess direkt an der richtigen Stelle. Für wiederkehrende Formate wie Blogartikel, Kategorietexte oder Leistungsseiten spart das den größten Teil der Einrichtungszeit.
Der größte Irrtum bei KI-Texten ist die Annahme, dass die Zeit beim Schreiben gespart wird. Sie wird an anderer Stelle gespart: bei der Analyse, bei der Strukturierung und beim Korrekturlesen.
Die Arbeit, die bleibt, ist die inhaltliche. Du entscheidest, was gesagt wird, welche Beispiele hineingehören und welche Aussage du verantworten kannst.

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